Eine vollständige Bewerbung um eine KFO-Weiterbildungsstelle besteht aus einem einseitigen Anschreiben, dem Lebenslauf, der Approbationsurkunde und den Zeugnissen. Welche weiteren Unterlagen gefragt sind, legt jede Stelle selbst fest: Heidelberg verlangt ein einziges PDF bis 2 MB ohne Formblatt, Freiburg erwartet eine abgeschlossene Dissertation, Rostock eine ausgefüllte Übersicht. Beispiele mit Links stehen in Warteliste und Vergabe an Unikliniken; wo Du suchst, steht in KFO-Weiterbildungsstelle finden.

Die Mappe unten ist für Weg A gedacht, die Fachzahnarzt-Weiterbildung. Für einen Master oder eine Zusatzqualifikation (Weg B) richtest Du Dich nach den Fristen und Unterlagen des Anbieters, und Du solltest vorher klären, was der seit dem 30.07.2026 geltende Fachzahnarztvorbehalt der gesetzlichen Krankenkassen mit seinen drei Ausnahmen für Dich bedeutet. Das steht in Fachzahnarzt oder Master: Was ist der Unterschied?.

Checkliste der Mappe

UnterlageUniklinikPraxisHinweis
Anschreibeneine Seite, Interesse am Fachgebiet und an der Klinik (Freiburg)eine Seite, Bezug zum Schwerpunkt der PraxisBeispielgliederung unten
Lebenslauftabellarisch, mit KFO-Stationentabellarisch, mit KFO-StationenFortbildungen als Liste genügen, Zertifikate müssen nicht beiliegen (Heidelberg)
ApprobationsurkundeKopie, je Stelle einfach oder beglaubigtKopie, je Stelle einfach oder beglaubigtfür den späteren Antrag bei der Kammer: amtlich beglaubigte Abschrift (MWBO § 15 Abs. 1 Nr. 1)
Zeugnisse (Studium, Arbeitszeugnisse)von Freiburg verlangtje PraxisStaatsexamen, Assistenzzeiten
Allgemeinzahnärztliches Jahr, BerufserfahrungFreiburg: mindestens ein Jahr Berufserfahrung in einer allgemeinzahnärztlichen Praxisje Praxisdas Jahr soll vor der fachspezifischen Weiterbildung liegen (MWBO Anlage 2 Ziff. 2.1)
Dissertation, PromotionsurkundeFreiburg erwartet eine abgeschlossene Dissertationje Praxisje Klinik verschieden
Publikationen, Vorträgefalls vorhandenfalls vorhandenohne Publikationen weglassen
Formular der KlinikDGKFO-Bewerbungsformular als PDF bei den dort genannten KlinikenentfälltHeidelberg wünscht kein Formblatt
Sprachnachweisbei ausländischen Bewerbernbei ausländischen BewerbernSprachnachweise

Die Angaben zu Heidelberg, Freiburg und Rostock stammen von den Klinikseiten (Abruf 13.10.2026). Praxen veröffentlichen ihre Anforderungen nicht einheitlich; frag im Zweifel nach.

Das Anschreiben

Ein Anschreiben, das für jede Klinik oder Praxis passen würde, fällt auf. Es braucht eine DIN-A4-Seite und vier Absätze; die Beispielsätze enthalten Platzhalter in eckigen Klammern:

  1. Anlass: „Ich möchte ab [Monat Jahr] meine Weiterbildung zum Fachzahnarzt für Kieferorthopädie beginnen und bewerbe mich bei Ihnen.“
  2. Motivation: Warum Kieferorthopädie, warum diese Klinik oder Praxis? Etwa: „Mich überzeugt an Ihrer Abteilung [Behandlungsschwerpunkt, Fortbildungsangebot oder Forschungsthema].“ Freiburg verlangt ausdrücklich die Darlegung des Interesses am Fachgebiet und an der Klinik.
  3. Qualifikation mit KFO-Bezug: „Ich bin seit [Jahr] approbiert und habe [Famulatur, Hospitation, Wahlfach oder Doktorarbeit mit KFO-Bezug] absolviert, dabei [konkrete Aufgabe].“ Nenne, was Du getan hast, nicht nur, dass Du dort warst. Hintergründe zur Orientierung im Studium stehen in KFO-Schwerpunkt schon im Studium.
  4. Verfügbarkeit und Gesprächswunsch: „Ich kann zum [Datum] beginnen, auch an einem anderen Standort. Gern stelle ich mich persönlich oder bei einem Hospitationstag vor.“ Schreib Flexibilität nur hinein, wenn sie gegeben ist.

Formal: eine Seite, klare Gliederung, keine Floskeln. Wie ein Gespräch danach abläuft, steht in Vorstellungsgespräch für die KFO-Weiterbildung.

Der Lebenslauf

Der Lebenslauf ist tabellarisch, lückenlos und beginnt mit der jüngsten Station. Hervorgehoben werden Famulaturen und Hospitationen mit KFO-Bezug, jeweils mit Einrichtung und Schwerpunkt in ein bis zwei Stichworten. Dazu kommen eine laufende oder abgeschlossene Promotion und Fortbildungen mit KFO-Bezug, etwa zur Alignertherapie. Führe nur auf, was stattgefunden hat. Auslandsstationen mit fachlichem Bezug gehören dazu; was sie für die Anerkennung bedeuten, steht in KFO-Weiterbildung im Ausland.

Ein Foto ist nicht vorgeschrieben. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verbietet die Benachteiligung wegen Rasse, ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alters oder sexueller Identität (§ 1, § 7 AGG). Bewerber gelten als Beschäftigte (§ 6 Abs. 1). Ob Du ein Foto beilegst, entscheidest Du.

Uniklinik oder Praxis

Anschreiben, Lebenslauf und Anlagen sind in beiden Fällen gleich. Die Klinik gewichtet Dissertation, Publikationen und Interesse an Lehre stärker, wenn die Stelle mit Lehre und Forschung verbunden ist. Bei einer ermächtigten Praxis entscheidet der Praxisinhaber, und ein Hospitationstag kann das Kennenlernen ersetzen. Wie die Praxis angesprochen wird, steht in Initiativbewerbung bei KFO-Praxen; die Bewerbungswege der Kliniken zeigt Warteliste und Vergabe an Unikliniken.

Vor dem Absenden

Fasse die Unterlagen zu einem PDF zusammen, wenn die Stelle nichts anderes verlangt, und prüfe die Dateigröße (Heidelberg: höchstens 2 MB). Wann Du bewirbst und wann Du nachfasst, steht im Zeitplan von Wartezeit auf eine KFO-Weiterbildungsstelle. Welche Nachweise die Kammer später für die Anerkennung der Zeiten verlangt, unterscheidet sich von der Bewerbungsmappe; die Regeln der Kammern stehen im Kammervergleich.

Weiterlesen: Voraussetzungen für die KFO-Weiterbildung, Vorstellungsgespräch für die KFO-Weiterbildung, Der Weg zum Kieferorthopäden.

Quellen

Stand: Oktober 2026.