Im Vorstellungsgespräch für eine KFO-Weiterbildungsstelle geht es um Motivation, Deinen KFO-Bezug, Deine Flexibilität und die Bedingungen der Stelle. Der Ablauf unterscheidet sich je Stelle; die folgenden Beschreibungen sind Orientierung, keine Regel. Die Suche davor behandelt KFO-Weiterbildungsstelle finden.

Die Fragen zu Prüfung und Logbuch betreffen nur Weg A, die Weiterbildung zum Fachzahnarzt mit Kammerprüfung. Wer sich für einen Master oder eine Zusatzqualifikation (Weg B) bewirbt, spricht mit dem Anbieter. Seit dem 30.07.2026 gilt zulasten der gesetzlichen Krankenkassen ein Fachzahnarztvorbehalt mit drei Ausnahmen; welche, steht in Fachzahnarzt oder Master: Was ist der Unterschied?.

Ablauf an Uniklinik und in der Praxis

An der Uniklinik führt oft die Abteilungsleitung das Gespräch, teils mit einem Oberarzt. Wenn die Stelle mit Lehre und Forschung verbunden ist, kommen Fragen nach Promotion und Interesse an der Lehre hinzu. Manche Kliniken bieten eine Hospitation an: Halle etwa lädt qualifizierte Bewerber zu einer einwöchigen Gasthospitation ein, Rostock nimmt Hospitationsanfragen per E-Mail entgegen (Klinikseiten, Abruf 13.10.2026).

In der Praxis sprichst Du meist mit dem Praxisinhaber, oft verbunden mit einer Praxisführung. Du arbeitest über Jahre mit einer Person zusammen, die Dich anleitet; der persönliche Eindruck zählt deshalb stark. Was Dich an der Stätte strukturell erwartet, zeigen KFO-Weiterbildungsstätten in Deutschland und Weiterbildungsermächtigung prüfen.

Typische Fragen und worauf sie zielen

FrageWorauf sie zieltWie Du Dich vorbereitest
Warum wollen Sie sich in Kieferorthopädie weiterbilden?Motivation und Passungkonkrete Erlebnisse nennen: Famulatur, Hospitation, ein Fall aus dem Studium, eine Doktorarbeit mit KFO-Bezug
Welchen Bezug hatten Sie im Studium zur Kieferorthopädie?bisherige Berührung mit dem FachWahlfächer, Hilfskraftstelle, Praktika aufzählen; bei wenig Bezug offen sagen und zeigen, wie Du ihn aufbaust (KFO-Schwerpunkt im Studium)
Wie flexibel sind Sie beim Standort?Planbarkeit über die Weiterbildungsdaueroffen antworten; Einschränkungen durch Familie oder Partnerschaft benennen
Welche Vorstellungen haben Sie zur Dauer?Planung, Teilzeitmindestens drei fachspezifische Jahre plus allgemeinzahnärztliches Jahr; Teilzeit offen ansprechen

Zur Dauer: Die Musterweiterbildungsordnung verlangt in Vollzeit mindestens drei fachspezifische Jahre (§ 3 Abs. 1); in Teilzeit verlängert sich die Gesamtdauer, mindestens die Hälfte der üblichen Wochenarbeitszeit ist erforderlich (§ 3 Abs. 3). Verbindlich ist die Weiterbildungsordnung der Kammer; Einzelheiten und Beispielrechnungen stehen in Teilzeit in der KFO-Weiterbildung.

Fachliche Themen

Fachliche Fragen hängen von der Abteilung ab. Der Kompetenzkatalog in Anlage 2 der Musterweiterbildungsordnung nennt die Themen der Weiterbildung und eignet sich als Grundlage der Vorbereitung:

  1. Wachstum und Entwicklung des Gesichts, der Kiefer und der Zähne.
  2. Befund und Röntgendiagnostik, darunter die kephalometrische Analyse von Fernröntgenseitenbildern.
  3. Behandlungsplanung nach Angle-Klasse I, II und III und bei weiteren Indikationen wie offenem Biss, Tiefbiss, Nichtanlagen oder Verlagerungen.
  4. Kombinierte kieferorthopädisch-kieferchirurgische Behandlung und Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten.
  5. Die Vorstellung eines eigenen Falls aus Studium oder Famulatur: Befund, Diagnose, Plan.

Musterantworten gibt es hier nicht, weil sie von Deinem Kenntnisstand und der Abteilung abhängen. Wiederhole die Grundlagen und übe, einen Fall in wenigen Minuten vorzustellen.

Unzulässige Fragen

Fragen nach Schwangerschaft oder Familienplanung zielen auf das Geschlecht. Eine ungünstigere Behandlung einer Frau wegen Schwangerschaft oder Mutterschaft gilt als Benachteiligung wegen des Geschlechts (§ 3 Abs. 1 Satz 2 AGG), und Bewerber stehen unter dem Schutz des Gesetzes (§ 6 Abs. 1, § 7 AGG). Du kannst eine solche Frage höflich zurückweisen oder allgemein auf die Regeln der Weiterbildung verweisen. Wie Teilzeit und Elternzeit in der Weiterbildung funktionieren, steht in Teilzeit in der KFO-Weiterbildung.

Was Du selbst fragen solltest

Frag nach, bevor Du zusagst. Die Musterweiterbildungsordnung gibt Dir dafür einen Rahmen:

  1. Ermächtigung und Umfang: Für wie viele Jahre ist der Ermächtigte ermächtigt, seit wann, und wie viele Zahnärzte in Weiterbildung beschäftigt die Stätte gleichzeitig (MWBO § 10 Abs. 2, § 11 Abs. 1)?
  2. Weiterbildungskonzept: Bekommst Du es schriftlich, und welche Kompetenzen vermittelt die Stätte nicht (§ 11 Abs. 1)?
  3. Struktur: Wann finden die Gespräche zum Stand der Weiterbildung statt, und wie wird die Dokumentation bestätigt (§ 12 Abs. 4, § 2 Abs. 5)? Wie läuft das Logbuch (Logbuch und Fallzahlen)?
  4. Vergütung: Welcher Tarif gilt, oder wie hoch ist das Gehalt in der Praxis? Die MWBO verlangt ein angemessen vergütetes Arbeitsverhältnis (§ 2 Abs. 4); die Zahlen und Verhandlungstipps stehen in Gehalt in der Weiterbildung verhandeln.
  5. Prüfungsvorbereitung: Gibt es Freistellung für Kurse oder interne Fallbesprechungen? Wie der Ablauf aussieht, steht in Fachzahnarztprüfung.
  6. Wechsel und Unterbrechung: Wie rechnet die Stätte Zeiten an? Die Regeln stehen in Wechsel der Weiterbildungsstätte.

Nimm Dir nach dem Gespräch Zeit, bevor Du zusagst, und vergleiche die Stellen anhand dieser Punkte.

Weiterlesen: Bewerbungsunterlagen für die KFO-Weiterbildung, Arbeitsvertrag als KFO-Weiterbildungsassistenz, Initiativbewerbung bei KFO-Praxen.

Quellen

Stand: Oktober 2026.