Neben der fachlichen Frage spielt für viele angehende Kieferorthopäd:innen auch die finanzielle Seite eine Rolle — und hier unterscheiden sich die beiden Wege grundlegend: Weg A (die vierjährige Fachzahnarzt-Weiterbildung) ist eine bezahlte Anstellung, Weg B (der Master bzw. ein Curriculum) ist ein kostenpflichtiges Studienangebot. Dieser Artikel stellt beide Ausbildungsphasen direkt gegenüber; was danach verdient wird, findest Du im ausführlicheren Artikel Was verdient ein Kieferorthopäde?

Weg A: Bezahlt während der Weiterbildung

Als Weiterbildungsassistenz bist Du angestellt — entweder an einer Universitätsklinik, häufig als wissenschaftliche/r Mitarbeiter:in mit Lehr- und Forschungsanteil, oder in einer niedergelassenen Weiterbildungspraxis. Zwei Orientierungswerte, da es keine gesonderte Statistik nur für KFO-Weiterbildungsassistenz gibt:

  • Assistenzzahnärzt:innen allgemein starten laut Gehaltsportalen bei rund 4.500 Euro brutto im Monat und erreichen zum Ende der Assistenzzeit rund 5.900 Euro brutto (Quelle: Medi-Karriere, Stand 2026).
  • An der Uniklinik orientiert sich die Vergütung wissenschaftlicher Mitarbeiter:innen am TVöD bzw. TV-L, dort liegen die einschlägigen Entgeltgruppen zwischen etwa 5.298 und 8.204 Euro brutto im Monat, abhängig von Erfahrungsstufe.

Über die vier Jahre der Weiterbildung verdienst Du also durchgehend Geld, wenn auch weniger als später als Fachzahnärzt:in. Konkrete Verhandlungsspielräume beim Einstiegsgehalt beschreibt unser Artikel Gehalt verhandeln als KFO-Weiterbildungsassistenz.

Weg B: Kostenpflichtig beim Master

Der Master- bzw. Curriculum-Weg dreht das Verhältnis um: Statt bezahlt zu werden, zahlst Du für das Programm — meist einige tausend bis niedrige fünfstellige Euro-Beträge, abhängig vom Anbieter, plus Reise- und Unterkunftskosten für Präsenzblöcke, wenn Du parallel weiterarbeitest. Da der Master oft berufsbegleitend läuft, lässt sich ein Teil davon über eine reduzierte Anstellung während des Studiums abfedern — anders als bei der Vollzeit-Weiterbildung nach Weg A. Die konkreten Kostenspannen einzelner Anbieter und was neben den Studiengebühren noch dazukommt, findest Du in Was kostet ein Master in Kieferorthopädie? und eine Anbieterübersicht in Master Kieferorthopädie in Deutschland.

Nach dem jeweiligen Abschluss

Mit abgeschlossener Weiterbildung bzw. Master steigt das Gehalt in beiden Fällen deutlich, unabhängig davon, ob Du angestellt bleibst oder Dich selbstständig machst:

  • Angestellt in einer KFO-Praxis, einem MVZ oder an der Uniklinik verdienst Du in der Regel spürbar mehr als während der Ausbildungsphase — häufig zusätzlich mit Umsatzbeteiligung.
  • Selbstständig als Praxisinhaber:in oder Partner:in trägst Du das unternehmerische Risiko, hast dafür aber auch das größte Verdienstpotenzial. Die konkreten Zahlen und der Vergleich beider Wege stehen in Angestellt, Partner oder Inhaber.

Kosten einer eigenen Praxis

Wer sich für die eigene Praxis entscheidet, hat grundsätzlich zwei Optionen — für beide Wege gleichermaßen relevant:

  • Praxisneugründung: Geringere Anfangsinvestition in den „Firmenwert”, dafür musst Du Dir einen Patientenstamm erst aufbauen.
  • Praxisübernahme: Du übernimmst eine bestehende Praxis samt Patientenstamm, Ausstattung und eingespieltem Team, zahlst dafür aber einen Übernahmepreis, der je nach Lage, Umsatz und Ausstattung stark schwankt — die Bandbreite reicht von niedrigen bis zu hohen sechsstelligen Beträgen.

Wie sich dieser Wert seriös ermitteln lässt und welche Finanzierungswege es gibt, erklären wir in Praxiswert und Kaufpreis realistisch ermitteln und Praxisfinanzierung im Vergleich.


Stand: Juli 2026. Angaben zu Gehältern und Praxispreisen sind allgemeine Orientierungswerte aus Gehaltsportalen und Marktdaten ohne Gewähr — sie hängen stark von Region, Erfahrung und Praxisgröße ab. Für eine individuelle Einschätzung empfehlen sich Beratungsangebote der Landeszahnärztekammern und zahnärztlicher Berufsverbände.