Die Weiterbildung zum Fachzahnarzt für Kieferorthopädie (Weg A) kostet keine Studiengebühren. Du bist angestellt und bekommst ein Gehalt, an der Uniklinik nach TV-Ärzte 5.792,90 bis 7.436,05 Euro brutto im Monat. Beim Master oder einer Zusatzqualifikation (Weg B) zahlst Du selbst: Der Master der Hochschule Fresenius kostet 1.250 Euro monatlich, das Curriculum in Karlsruhe 7.920 Euro, jeweils plus Nebenkosten für Material, Reisen und Gebühren. Dafür läuft Dein Praxiseinkommen im Master weiter, während Weg A vier Jahre Weiterbildung bedeutet. Die Rechtslage und die Titelfrage behandelt der Artikel Fachzahnarzt oder Master: Wer darf sich „Kieferorthopäde“ nennen?

KostenpostenWeg A: Fachzahnarzt-WeiterbildungWeg B: Master oder CurriculumQuelle und Stand
ProgrammgebührkeineFresenius 1.250 Euro monatlich (vier Semester, rund 30.000 Euro); Karlsruhe 7.920 EuroAnbieterseiten, 10.10.2026
Materialkeine eigene PositionKarlsruhe: Work-Kit und Typodonten rund 1.430 EuroZahnärztliche Akademie Karlsruhe, 10.10.2026
Kammer und PrüfungSachsen-Anhalt 1.000 Euro für die Prüfung; Bayern 300 bis 580 Euro für die Anerkennungkeine KammerprüfungKammern, Stand 2025
Reise und Unterkunftam Arbeitsortfür Präsenztermine, ohne Betrag der AnbieterAnbieter
EinkommenGehalt der WeiterbildungsstellePraxiseinkommen läuft weiter, bei Präsenzzeiten gegebenenfalls reduziertsiehe Gehaltsartikel
Zeitvier Jahreein bis drei JahreMWBO 2024, Anbieter

Studiengebühren im Master und Curriculum

Eine Übersicht der Anbieter mit Voraussetzungen und Dauer steht im Artikel Master Kieferorthopädie in Deutschland. Die Kosten im Einzelnen:

AnbieterAbschlussGebührStand
Hochschule Fresenius mit IBIZMaster of Science, vier Semester1.250 Euro monatlich; rund 30.000 Euro bei 24 Monaten, laut Seite zuzüglich Anmeldegebühr (Betrag nicht genannt)10.10.2026
Zahnärztliche Akademie Karlsruhe, Curriculum 2027Zertifikat, kein Master7.920 Euro bei Einmalzahlung; bei Ratenzahlung 2.920 Euro Grundgebühr plus zehn Raten zu 520 Euro (zusammen 8.120 Euro)10.10.2026
Danube Private University, KremsMaster of Science (Continuing Education)Gebühr auf der Programmseite nicht genannt; Auskunft über die Studienberatung10.10.2026

Das Curriculum in Karlsruhe beginnt am 26.02.2027 und besteht aus acht Intensivkursen zu je zwei Tagen plus Abschlussseminar. Für die Kurse 3 bis 8 kommt ein Work-Kit von 858 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer hinzu, einmalig außerdem Typodonten für rund 405 Euro. Zusammen sind das rund 1.430 Euro, insgesamt rund 9.350 Euro bei Einmalzahlung. Das Curriculum führt zu einem Zertifikat, nicht zu einem akademischen Grad. Die Danube Private University nennt keine Gebühr auf der Programmseite; frag die Studienberatung direkt und nicht nur die Praxis vor Ort, die für das Programm wirbt.

Nebenkosten, die in der Gesamtgebühr meist nicht enthalten sind

Bei berufsbegleitenden Programmen mit Präsenzpflicht kommen zur Studiengebühr weitere Posten hinzu, die die Anbieter selten beziffern. Für Reise und Unterkunft nennt keine der geprüften Anbieterseiten einen Betrag; die Studienorte der Hochschule Fresenius sind laut Seite Wiesbaden und Crailsheim, die Kosten hängen von Deinem Wohnort ab. Beim Material weist nur Karlsruhe Work-Kit und Typodonten gesondert aus. Ob eine Abschlussarbeit oder Abschlussprüfung zusätzlich berechnet wird, geht aus den Anbieterseiten nicht hervor, lass Dir das vor der Einschreibung schriftlich bestätigen.

Dazu kommt der Einkommenseffekt. Die Programme sind berufsbegleitend, Du kannst Deine Praxistätigkeit also weiterführen. Wer für Präsenztermine die Arbeitszeit reduziert oder unbezahlte Tage nimmt, verliert Einkommen; wie viel, hängt von Deiner Praxis ab. Fortbildungskosten lassen sich je nach Fall steuerlich geltend machen (§ 9 EStG, Werbungskosten; für Selbstständige Betriebsausgaben). Das klärt das Finanzamt, siehe Steuern für selbstständige Kieferorthopäden.

Lass Dir vor der Einschreibung eine vollständige, schriftliche Kostenaufstellung geben, inklusive Material, Prüfung oder Abschlussarbeit und Zusatzgebühren. Bei Programmen mit unklarer Akkreditierung hilft der Fallbericht DTMD: Master ohne Akkreditierung und die Prüfliste unter MSc-Orthodontics-Anbieter prüfen.

Seit 2026: Kassenleistungen nur mit Fachzahnarzt-Titel oder gleichwertiger Qualifikation

Zulasten der gesetzlichen Krankenkassen gilt seit dem 30.07.2026 ein Fachzahnarztvorbehalt (§ 28 Abs. 2 Satz 6 SGB V). Ausnahmen sind ein dem Fachzahnarzt gleichwertiger Abschluss oder ausreichende praktische Erfahrung nach dem Bundesmantelvertrag-Zahnärzte; KZBV und GKV-Spitzenverband sollen die Kriterien bis zum 01.01.2027 festlegen. Bestandsschutz haben Vertragszahnärzte, die einen Master-Studiengang der Kieferorthopädie bis einschließlich 29.07.2026 abgeschlossen oder begonnen haben (§ 28 Abs. 2a SGB V). Für bis einschließlich 29.07.2030 begonnene Behandlungen gilt die bisherige Rechtslage. Privatleistungen und die berufsrechtliche Behandlungsbefugnis jedes approbierten Zahnarztes bleiben unberührt. Für die Kostenentscheidung ist das wesentlich: Wer einen Master erst nach dem 29.07.2026 beginnt, ist für Kassenleistungen auf einen als gleichwertig anerkannten Abschluss oder ausreichende Erfahrung angewiesen; die Kriterien stehen noch nicht fest.

Was die Fachzahnarzt-Weiterbildung stattdessen kostet

Weg A kostet keine Studiengebühren. Die Kosten bestehen aus Kammergebühren, aus der Zeit und aus dem Gehalt der Weiterbildungsstelle, das tarifvertraglich oder im Vertrag festgelegt ist (Einzelheiten im Artikel Was verdient ein Kieferorthopäde?).

Die Kammergebühren legt jede Landeszahnärztekammer in ihrer Kostenordnung selbst fest. Die Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt berechnet nach der Kostenordnung vom 11.06.2025 für die Fachzahnarztprüfung 1.000 Euro, für eine Wiederholung ebenfalls 1.000 Euro. Die Ermächtigung eines Zahnarztes zur Weiterbildung kostet dort 400 Euro. In Bayern liegt die Gebühr für die Entscheidung über die Anerkennung einer Gebietsbezeichnung nach der Gebührensatzung der Bayerischen Landeszahnärztekammer (Fassung ab 01.03.2025) zwischen 300 und 580 Euro. Die Höhe für Deine Kammer erfährst Du bei ihr. Fortbildungen und Fachliteratur fallen auch bei angestellten Zahnärzten ohne Weiterbildung an.

Zum Gehalt: Die Stufen 1 bis 4 der Entgeltgruppe Ä 1 liegen mit 5.792,90 bis 6.762,34 Euro unter dem Mittel von 6.944 Euro, das die Dentale Gehaltsstudie 2025 für angestellte Zahnärzte nennt. Beide Werte stammen aus verschiedenen Datensätzen, die Differenz ist deshalb keine Rechnung für Deinen Fall. Für Praxen als Weiterbildungsstätten veröffentlicht niemand KFO-Gehaltsdaten, ebenso wenig für den Verdienst im Master neben der Anstellung. Beide Wege kosten also etwas: Weg A Zeit und ein festgelegtes Gehalt, Weg B Gebühren und Nebenkosten. Titel, Dauer und Kassenabrechnung unterscheiden sich, sie sind nicht Teil dieser Kostenrechnung. Die Einordnung beider Wege steht in Spezialisierung nach dem Zahnmedizinstudium.

Weiterlesen: MSc-Orthodontics-Anbieter prüfen, Gehalt und Kosten der KFO-Weiterbildung, Der Weg zum Kieferorthopäden

Quellen

Stand: Oktober 2026.