An einer Universitätsklinik der Länder in der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) bestimmt der TV-Ärzte das Gehalt: Entgeltgruppe Ä 1, 5.792,90 bis 7.436,05 Euro brutto im Monat (Stand 01.04.2026). In einer ermächtigten Weiterbildungspraxis gibt es keine feste Tabelle, dort verhandelst Du Gehalt und Nebenleistungen selbst. Beides folgt einer anderen Logik, und davon hängt ab, worüber ein Gespräch nach der Zusage (so findest Du eine Stelle) überhaupt gehen kann.

Was in welchem Setting verhandelbar ist

Vier Punkte tauchen in fast jedem Gespräch auf. Die Tabelle zeigt, was Du jeweils verhandeln kannst.

PunktUniklinik (TV-Ärzte, TdL)Praxis
GrundgehaltTabelle der Entgeltgruppe; verhandelbar ist die Stufenzuordnung (anerkannte Berufserfahrung)frei verhandelbar, ohne Tabelle
Fortbildungsteht nicht in der Entgelttabelle; beim Arbeitgeber erfragenBudget und bezahlte Freistellungstage frei verhandelbar
Urlaubtariflich geregeltüber das gesetzliche Minimum hinaus frei verhandelbar
Arbeitszeitje nach Stelle und HausregelungVollzeit oder Teilzeit, frei verhandelbar

Das gesetzliche Minimum nach § 3 Bundesurlaubsgesetz liegt bei 24 Werktagen im Jahr, bei einer Fünf-Tage-Woche sind das 20 Arbeitstage. Mehr zu Urlaub, Fortbildung und Vertragsklauseln steht im Artikel zum Arbeitsvertrag als KFO-Weiterbildungsassistenz. Teilzeit ist möglich: Die Musterweiterbildungsordnung der Bundeszahnärztekammer verlangt mindestens die Hälfte der üblichen Wochenarbeitszeit bei gleicher Gesamtdauer und Qualität, die Weiterbildung dauert dann entsprechend länger (KFO-Weiterbildung in Teilzeit).

Die vier Punkte hängen zusammen. Zahlt eine Uniklinik streng nach Tarif, lässt sich beim Grundgehalt wenig bewegen; dann lohnt sich der Blick auf Freistellungstage und Arbeitszeitmodell.

Uniklinik: Tarifvertrag statt freier Verhandlung

Der TV-Ärzte (TdL) ist der Tarifvertrag, den der Marburger Bund mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder für die Universitätskliniken der Länder geschlossen hat. Nach § 1 Abs. 1 gilt er für Ärztinnen und Ärzte „einschließlich Zahnärztinnen und Zahnärzte“, die überwiegend Aufgaben in der Patientenversorgung wahrnehmen; das trifft auf eine klinische KFO-Weiterbildung in der Regel zu. Die Eingruppierung richtet sich nach § 12 nach der überwiegend ausgeübten Tätigkeit: Ä 1 gilt für „Ärztin/Arzt mit entsprechender Tätigkeit“, Ä 2 für Fachärztinnen und Fachärzte. Wer die Weiterbildung beginnt, hat noch keine Anerkennung als Fachzahnarzt und wird daher in der Regel in Ä 1 eingruppiert. Die Entgeltgruppe in Deinem Vertrag prüfst Du trotzdem selbst. Ä 1 ist nach Berufsjahr gestaffelt:

Stufe (Berufsjahr)Brutto pro Monat ab 01.04.2026Brutto pro Monat ab 01.09.2027
15.792,90 €5.934,83 €
26.121,26 €6.271,23 €
36.355,79 €6.511,51 €
46.762,34 €6.928,02 €
57.247,00 €7.424,55 €
67.436,05 €7.618,23 €

Die Werte der ersten Spalte gelten vom 01.04.2026 bis 31.08.2027 nach einer Erhöhung um 2,95 Prozent; zum 01.09.2027 steigen sie um 2,45 Prozent (Quelle: Entgelttabelle TV-Ärzte TdL auf oeffentlichen-dienst.de, abgerufen am 10.10.2026).

Bei einem Tarifgehalt verhandelst Du nicht im klassischen Sinn, die Tabelle gilt. Verhandelbar bleibt die Stufenzuordnung: Erkennt der Arbeitgeber Vorerfahrung aus einer Assistenzzeit oder einer anderen Tätigkeit an? Sprich das vor der Vertragsunterschrift an.

Nicht jede Klinik schreibt die Stelle nach TV-Ärzte aus. Manche vergeben sie als Stelle für wissenschaftliche Mitarbeiter nach TV-L, mit Lehr- und Forschungsanteil; dort gilt in der Regel Entgeltgruppe 13, in der allgemeinen Länder-Tabelle 4.759,37 € (Stufe 1) bis 5.366,89 € (Stufe 3) brutto im Monat vom 01.04.2026 bis 28.02.2027 (oeffentlichen-dienst.de). Häuser außerhalb der TdL, etwa in Hessen, die Charité und Kliniken kommunaler Träger, haben eigene Tarifverträge mit eigenen Tabellen. Welcher Tarif gilt, steht in der Ausschreibung und im Arbeitsvertrag; kläre das vor der Zusage.

Praxis: Gehalt ohne Tabelle

In einer ermächtigten Weiterbildungspraxis vereinbarst Du Gehalt, Fortbildungsbudget, Urlaub und Arbeitszeit individuell mit dem Inhaber. Einen Rahmen setzt nur die Musterweiterbildungsordnung der Bundeszahnärztekammer: Die Weiterbildung muss im Rahmen eines „angemessen vergüteten Arbeitsverhältnisses“ erfolgen (§ 2 Abs. 4). Eine Zahl nennt sie nicht; maßgeblich ist die Weiterbildungsordnung Deiner Kammer.

Für KFO-Weiterbildungsassistenzen in Praxen veröffentlicht niemand Gehaltsdaten. Als Orientierung taugen nur Werte für Assistenzzahnärzte allgemein. Das Portal Medi-Karriere nennt für die zweijährige Assistenzzeit rund 3.750 Euro brutto im Monat zum Start und rund 5.901 Euro am Ende (Stand der Seite: 29.05.2026, abgerufen am 10.10.2026). Das sind Portalwerte für Zahnärzte ohne Fachgebiet und keine Zahlen für die KFO-Weiterbildung; die Einordnung steht im Artikel Was verdient ein Kieferorthopäde?, den Vergleich mit den Kosten des Masters liefert Gehalt und Kosten der KFO-Weiterbildung.

So bereitest Du das Gespräch vor

Weil in der Praxis eine feste Tabelle fehlt, zählt die Vorbereitung mehr als anderswo. Der Ablauf hat vier Schritte:

  1. Vorbereitung: Kläre, welcher Tarif oder welche Vertragsform gilt, und lege fest, was Dir wichtig ist (Gehalt, Fortbildung, Freistellung, Arbeitszeit).
  2. Vergleichswert: Hol Dir eine Spanne aus Portalen oder von Kollegen, die ähnliche Stellen haben. Ohne Vergleichswert bleibt jede Zahl eine Wunschzahl.
  3. Angebot: Nenne Deine Vorerfahrung konkret, etwa Famulaturen, eine kieferorthopädisch ausgerichtete Doktorarbeit oder Berufserfahrung als Assistenzzahnarzt. Sag auch, welche Behandlungen Du übernehmen kannst und wie das den Inhaber entlastet. Lässt sich beim Gehalt wenig bewegen, sprich Fortbildungsbudget, Freistellungstage oder das Arbeitszeitmodell an.
  4. Schriftlich fixieren: Mündliche Zusagen zu Budget oder Urlaub sind im Streitfall schwer nachzuweisen, daher gehören sie in den Arbeitsvertrag oder eine Zusatzvereinbarung. Worauf es im Vertrag sonst ankommt, steht im Artikel zum Arbeitsvertrag als KFO-Weiterbildungsassistenz. Wie Du die Praxis selbst einschätzt, zeigt Weiterbildungsermächtigung prüfen.

Der richtige Zeitpunkt

Am wirkungsvollsten ist das Gespräch vor der Unterschrift: Die Praxis hat sich für Dich entschieden, noch ist nichts final vereinbart. Während der Weiterbildung bieten sich Zeitpunkte nach bestandenen Prüfungsabschnitten, nach einer nachweisbaren Steigerung der Fallzahlen im Logbuch oder nach der Übernahme zusätzlicher Verantwortung an. Wie das erste Gespräch insgesamt abläuft, beschreibt der Artikel zum Vorstellungsgespräch.

Und beim Master-Weg?

Beim Master oder einer Zusatzqualifikation (ein bis drei Jahre, meist berufsbegleitend, keine Kammerprüfung) gibt es keinen Weiterbildungsvertrag mit Gehalt. Viele Programme laufen als Studien- oder Ausbildungsvertrag mit einer Hochschule oder einem privaten Anbieter gegen Studiengebühren; verhandeln kannst Du dort eher Ratenzahlung oder enthaltene Leistungen. Das Gehalt für eine parallele Anstellung vereinbarst Du wie in jeder Praxisanstellung, ohne die tariflichen Leitplanken der Uniklinik. Die Kosten stehen im Artikel Kosten des Masters in Kieferorthopädie. Zulasten der gesetzlichen Krankenkassen gilt seit dem 30.07.2026 ein Fachzahnarztvorbehalt mit Übergangsfrist bis einschließlich 29.07.2030 und Bestandsschutz für Master-Absolventen; Einzelheiten stehen im Artikel Fachzahnarzt oder Master.

Weiterlesen: Was verdient ein Kieferorthopäde?, Arbeitsvertrag als KFO-Weiterbildungsassistenz, Der Weg zum Kieferorthopäden

Quellen

Stand: Oktober 2026.