Für die Weiterbildung zum Fachzahnarzt für Kieferorthopädie brauchst Du fünf Dinge, die unten einzeln erklärt werden. Wer die Reihenfolge nicht kennt, verliert Zeit: In Berlin etwa zählt die Weiterbildung erst ab der Registrierung. Was für den Master (Weg B) gilt, steht am Ende.
- Approbation oder fachlich uneingeschränkte Erlaubnis nach § 13 ZHG
- Mitgliedschaft in der Zahnärztekammer, bei der Du die Weiterbildung machst
- allgemeinzahnärztliches Jahr, in Berlin vor dem Beginn nachzuweisen
- Meldung oder Registrierung der Weiterbildung bei der Kammer
- Weiterbildungsstätte mit ermächtigtem Fachzahnarzt und ein angemessen vergütetes Arbeitsverhältnis
Approbation oder Erlaubnis
Mit der Weiterbildung kann erst nach der Approbation begonnen werden, oder nach Erteilung einer fachlich uneingeschränkten Erlaubnis nach § 13 ZHG (MWBO § 1 Abs. 2). Die Approbation ist auf Antrag zu erteilen, wenn Du Dich nicht unwürdig oder unzuverlässig gezeigt hast, gesundheitlich nicht ungeeignet bist und die erforderlichen Deutschkenntnisse hast. Dazu kommt ein Studium von mindestens fünf Jahren und 5.000 Stunden mit bestandener zahnärztlicher Prüfung (§ 2 Abs. 1 ZHG). Die Erlaubnis nach § 13 ZHG gilt nur vorübergehend und ist widerruflich, in der Regel für höchstens zwei Jahre. Für Ausbildungsnachweise aus der EU, dem EWR oder der Schweiz wird sie nicht erteilt (§ 13 Abs. 1 bis 3).
Mit einem ausländischen Abschluss gehört der Nachweis der Deutschkenntnisse, die Fachsprachprüfung, zur Approbation (§ 2 Abs. 1 Nr. 5 ZHG) und nicht zur Anerkennung der Weiterbildung. Wie die Anerkennung abläuft, steht in Anerkennung ausländischer KFO-Weiterbildung, die Sprachnachweise je Land in Sprachnachweise für Zahnärzte im Ausland. Den Weg vom Studium zur Approbation beschreibt Kann man Kieferorthopädie studieren?.
Kammermitgliedschaft
Die Pflichtmitgliedschaft folgt aus den Heilberufe- und Kammergesetzen der Länder. In Bayern sind alle berechtigten Zahnärzte Mitglied eines zahnärztlichen Bezirksverbands, die dort zahnärztlich tätig sind oder ohne Tätigkeit dort ihre Hauptwohnung haben (Art. 43 Abs. 2 HKaG). Baden-Württemberg verlangt die Anmeldung innerhalb eines Monats nach Aufnahme der Berufstätigkeit oder der Wohnsitznahme (§ 1 Abs. 1 Meldeordnung). Nordrhein knüpft die Mitgliedschaft an die zahnärztliche Tätigkeit im Kammerbereich.
Die Mitgliedschaft brauchst Du für den Antrag auf Anerkennung: Berlin verlangt sie ausdrücklich (§ 18 Abs. 1 WBO Berlin), Bayern lässt nur Mitglieder eines bayerischen Bezirksverbands zu, und in Nordrhein muss sie bis zum Ende des Verfahrens bestehen.
Allgemeinzahnärztliches Jahr
Die Weiterbildung dauert nach der MWBO mindestens drei fachspezifische Jahre plus ein allgemeinzahnärztliches Jahr, zusammen vier Jahre (Anlage 2); die Gesamtdauer ab Studienbeginn rechnet Wie lange dauert es, Kieferorthopäde zu werden? vor. Nordrhein verlangt drei Jahre ohne eigenes allgemeinzahnärztliches Jahr. In Berlin müssen die zwölf allgemeinzahnärztlichen Monate vor dem Beginn liegen; sie sind das allgemeinzahnärztliche Jahr, kein fünftes Jahr.
Die Ordnungen regeln die Reihenfolge unterschiedlich. Die MWBO und Niedersachsen sehen das Jahr vor der fachspezifischen Zeit vor (Soll). Bayern lässt die Weiterbildung mit dem allgemeinzahnärztlichen Jahr beginnen (§ 2 Abs. 6 WBO Bayern). Berlin verlangt Vollzeit, und die Tätigkeit darf nicht in einer Fachzahnarztpraxis liegen (§ 1 Abs. 2 WBO Berlin). Die Baden-Württemberger Ordnung nennt das Jahr, schreibt aber keine Reihenfolge vor (§ 2 Abs. 5, § 10 WBO BW). Die Unterschiede im Überblick: Kammervergleich.
Meldung der Weiterbildung
Nach der MWBO beginnt die fachspezifische Weiterbildung mit der Meldung bei der Kammer (§ 3 Abs. 2). Bayern verlangt die Mitteilung von Beginn und Ende der Weiterbildungszeit (§ 2 Abs. 1 WBO Bayern), Niedersachsen die Anzeige des Beginns (§ 3 Abs. 2). In Berlin beginnt die Weiterbildung mit der Registrierung nach Eingang der vollständigen, förmlichen Antragsunterlagen (§ 3 Abs. 2 WBO Berlin). Frag deshalb gleich nach dem Vertragsschluss bei Deiner Kammer nach Formular und Frist, sobald Du eine Weiterbildungsstelle gefunden hast. Teilzeit musst Du je nach Kammer vorab anzeigen, beantragen oder genehmigen lassen; Näheres steht in Teilzeit in der KFO-Weiterbildung.
Weiterbildungsstätte und Ermächtigung
Die Weiterbildung läuft in einer zugelassenen Stätte unter einem ermächtigten Zahnarzt (MWBO § 2 Abs. 2). Du arbeitest dabei in fachlich weisungsabhängiger Stellung und in einem angemessen vergüteten Arbeitsverhältnis (§ 2 Abs. 4). Zeiten in der eigenen Praxis zählen nicht (§ 2 Abs. 3). Ermächtigt werden kann nach der MWBO, wer nach seiner Anerkennung mindestens fünf Jahre beschränkt auf die Kieferorthopädie tätig war (Anlage 2 Ziff. 3.1). Ob die Praxis oder Klinik ermächtigt ist, prüfst Du mit Weiterbildungsermächtigung prüfen. Welche Unterlagen Stellen verlangen, beschreibt Bewerbungsunterlagen für die KFO-Weiterbildung. Kammerbeitrag und Prüfungsgebühr setzt jede Kammer selbst fest; Beispiele für Prüfungsgebühren stehen in Ablauf der Fachzahnarztprüfung.
Gilt das auch für den Master?
Nein. Der Master ist keine Kammerweiterbildung. Zugangsvoraussetzung ist die Approbation, einzelne Anbieter verlangen mehr: Die Hochschule Fresenius nennt für ihren Master Kieferorthopädie & Alignertherapie ein abgeschlossenes Zahnmedizinstudium, in der Regel die Approbation, mindestens ein Jahr Berufserfahrung und einen Weiterbildungsvertrag mit dem Institut IBIZ. Kieferorthopädisch behandeln darf berufsrechtlich jeder approbierte Zahnarzt. Zulasten der gesetzlichen Krankenkassen gilt seit dem 30.07.2026 ein Fachzahnarztvorbehalt mit Übergangsfrist bis einschließlich 29.07.2030 und Bestandsschutz für Master-Absolventen; was das für Dich bedeutet, steht in Fachzahnarzt oder Master: Wer darf sich „Kieferorthopäde“ nennen?.
Weiterlesen: Approbation geschafft: Was kommt danach?, Kieferorthopäde werden: Der komplette Weg.
Quellen
- Gesetz über die Ausübung der Zahnheilkunde, § 2: Voraussetzungen der Approbation
- Gesetz über die Ausübung der Zahnheilkunde, § 13: Erlaubnis zur vorübergehenden Ausübung
- Musterweiterbildungsordnung der Bundeszahnärztekammer, Beschluss vom 16.11.2024: § 1 Abs. 2, § 2 Abs. 2 bis 4, § 3 Abs. 2, Anlage 2
- Bayerisches Heilberufe-Kammergesetz, Art. 43: Mitgliedschaft in den zahnärztlichen Bezirksverbänden
- Meldeordnung der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg: Anmeldung innerhalb eines Monats
- Weiterbildungsordnung der Zahnärztekammer Berlin: allgemeinzahnärztliche Tätigkeit, Registrierung, Mitgliedschaft
- Weiterbildungsordnung für die Bayerischen Zahnärzte: Beginn mit dem allgemeinzahnärztlichen Jahr, Mitteilungspflichten
- Weiterbildungsordnung der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg: allgemeinzahnärztliches Jahr, Reihenfolge nicht geregelt
- Weiterbildungsordnung der Zahnärztekammer Niedersachsen vom 18.06.2026: Anzeige des Beginns, Reihenfolge des allgemeinzahnärztlichen Jahres
- Zahnärztekammer Nordrhein, Informationen zur Weiterbildung: Mitgliedschaft und Prüfungsanmeldung
- Hochschule Fresenius, Master Kieferorthopädie & Alignertherapie: Zulassungsvoraussetzungen
Stand: Oktober 2026.
