Teilzeit ist nach der Fachzahnarzt-Weiterbildung in jeder Konstellation möglich: In Anstellung hast Du unter Voraussetzungen einen gesetzlichen Anspruch (§ 8 TzBfG, § 15 BEEG), als zugelassener Vertragszahnarzt kannst Du den Versorgungsauftrag auf die Hälfte beschränken (§ 19a Zahnärzte-ZV), und als Partner einer Berufsausübungsgemeinschaft regelt der Gesellschaftsvertrag Präsenz und Gewinnanteil. Das ist ein anderes Thema als Teilzeit während der KFO-Weiterbildung. Dort bestimmt die Weiterbildungsordnung Mindeststunden und verlängert die Gesamtdauer. Nach dem Abschluss bindet Dich keine Weiterbildungsordnung mehr; Deine Arbeitszeit regelt der Arbeits- oder Gesellschaftsvertrag.
Teilzeit in Anstellung
Für angestellte Zahnärzte in Praxen gibt es keinen Flächentarifvertrag (siehe Gehalt eines Kieferorthopäden). Stunden, Arbeitstage und Vergütung vereinbarst Du deshalb mit dem Praxisinhaber, soweit das Gesetz Dir keinen Anspruch gibt. Dieser gesetzliche Rahmen gilt für Arbeitnehmer:
| Regelung | Voraussetzungen | Verfahren |
|---|---|---|
| § 8 TzBfG (Verringerung der Arbeitszeit) | Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate; Arbeitgeber beschäftigt in der Regel mehr als 15 Arbeitnehmer (Personen in Berufsbildung zählen nicht mit) | Antrag spätestens drei Monate vor Beginn in Textform; Zustimmung, soweit keine betrieblichen Gründe entgegenstehen |
| § 9a TzBfG (Brückenteilzeit) | Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate; Arbeitgeber beschäftigt in der Regel mehr als 45 Arbeitnehmer | Verringerung für mindestens ein Jahr und höchstens fünf Jahre |
| § 15 BEEG (Teilzeit in der Elternzeit) | mehr als 15 Arbeitnehmer; Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate; 15 bis 32 Wochenstunden für mindestens zwei Monate | Antrag sieben Wochen (Kind bis zum dritten Geburtstag) oder 13 Wochen (bis zum achten Lebensjahr) vorher; Ablehnung nur aus dringenden betrieblichen Gründen |
Beschäftigt die Praxis nicht mehr als 15 Arbeitnehmer, hast Du keinen gesetzlichen Anspruch und handelst die Stunden aus. Gängige Modelle sind weniger Arbeitstage pro Woche, kürzere Arbeitstage oder eine geteilte Stelle mit einem zweiten Behandler. Als Arbeitgeber kommen neben Praxen auch Medizinische Versorgungszentren und Universitätskliniken infrage; die Wege dorthin beschreibt Karrierewege in der Kieferorthopädie.
Teilzeit als Vertragszahnarzt, Partner oder Inhaber
Mit der Zulassung gilt zunächst der volle Versorgungsauftrag: Sie verpflichtet den Zahnarzt, die vertragszahnärztliche Tätigkeit vollzeitig auszuüben. Du kannst aber durch schriftliche Erklärung gegenüber dem Zulassungsausschuss Deinen Versorgungsauftrag auf die Hälfte beschränken. Der Ausschuss stellt das per Beschluss fest, und auf Antrag lässt sich die Beschränkung später wieder aufheben (§ 19a Zahnärzte-ZV). Wie viele Wochenstunden das in Deiner Praxis bedeutet, klärt Deine KZV.
Zulassungsbeschränkungen und gesperrte Planungsbereiche gibt es für Zahnärzte nicht: Die Absätze 1 bis 7 des § 103 SGB V gelten nach Absatz 8 nicht für sie. Eine Sonderkonstruktion für gesperrte Gebiete brauchst Du deshalb nicht.
Als Gesellschafter einer Berufsausübungsgemeinschaft, etwa einer GbR oder Partnerschaftsgesellschaft, legt der Gesellschaftsvertrag fest, wie viele Präsenztage Du übernimmst und wie sich das auf den Gewinnanteil auswirkt. Halte das von Anfang an schriftlich fest, weil sich Präsenzanteile ändern können, zum Beispiel nach einer Elternzeit.
Als Inhaber kannst Du weniger selbst behandeln, wenn angestellte Zahnärzte die übrige Zeit abdecken. Ihre Anstellung genehmigt der Zulassungsausschuss (§ 32b Zahnärzte-ZV). Die laufenden Kosten, die unabhängig von Deiner Stundenzahl anfallen, zeigt Eigene KFO-Praxis gründen oder übernehmen. Wie sich die drei Modelle auf das Einkommen auswirken, ordnet Angestellt, Partner oder Inhaber ein.
Vertretung an freien Tagen
An Deinen freien Tagen braucht ein dringender Fall, etwa ein gelockerter Draht, einen Ansprechpartner. Für angestellte Zahnärzte ist die Beschäftigung eines Vertreters zulässig (§ 32b Abs. 6 Zahnärzte-ZV). Wer die Akutfälle übernimmt, regelst Du mit Kollegen der Praxis oder einer Nachbarpraxis und sagst es den Patienten zu Behandlungsbeginn.
Planbarkeit und Master-Weg
Kontrolltermine liegen in der Kieferorthopädie meist mehrere Wochen auseinander und lassen sich deshalb auf feste Arbeitstage legen. Das Berufsbild beschreibt Was macht ein Kieferorthopäde?.
Die Modelle gelten für beide Wege. Wer über einen Master in die Kieferorthopädie gekommen ist, darf „Kieferorthopäde“ und „Fachzahnarzt für Kieferorthopädie“ nicht führen; „Praxis für Kieferorthopädie“ ist nur mit sichtbarer Aufklärung zulässig. Zu Lasten der Krankenkassen gilt seit dem 30.07.2026 ein Fachzahnarztvorbehalt mit Ausnahmen für gleichwertige Abschlüsse, ausreichende Praxiserfahrung und Bestandsschutz (§ 28 Abs. 2 und 2a SGB V; Übergang bis einschließlich 29.07.2030). Die Einzelheiten stehen in Fachzahnarzt oder Master.
Weiterlesen: Arbeitszeiten und Work-Life-Balance in der Kieferorthopädie, Belastung und Burnout in der Kieferorthopädie und Der Weg zum Kieferorthopäden.
Quellen
- Teilzeit- und Befristungsgesetz § 8: Anspruch auf Verringerung der Arbeitszeit
- Teilzeit- und Befristungsgesetz § 9a: zeitlich begrenzte Verringerung (Brückenteilzeit)
- Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz § 15: Teilzeit während der Elternzeit
- Zulassungsverordnung für Vertragszahnärzte § 19a: Beschränkung des Versorgungsauftrags auf die Hälfte
- Zulassungsverordnung für Vertragszahnärzte § 32b: Anstellung und Vertretung angestellter Zahnärzte
- SGB V § 103: Absatz 8, keine Geltung der Zulassungsbeschränkungen für Zahnärzte
- SGB V § 28: Fachzahnarztvorbehalt Kieferorthopädie, Übergang und Bestandsschutz
Stand: Oktober 2026.
